en Tipps & Tricks rund um Systemadministration und Rechnernutzung

Hier habe ich den ein oder anderen Tipp gesammelt, als persönliches Nachschlagewerk. Folglich sind viele der Tipps kurz, knackig und enthalten häufig nur Referenzen auf weitere Informationen. Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind diese Tipps nicht und sollen auch keine sein. Wer bei einem Tipp auf ein konkretes Problem stößt, kann mir aber gerne direkt Fragen stellen.

Die aufgeführten Tipps fassen kurz Antworten und Lösungen zu Problemen zusammen, die sich mir im Zusammenhang mit Computern mal gestellt haben, und deren Behebung nicht ganz offensichtlich war. Wenn jemand zu einem Tipp noch eine bessere Lösung kennt: Immer her damit. :-)

WICHTIG: Bei allen unten aufgeführten Tipps gibt es keine Funktionsgarantie, und gerade bei Tipps, in denen Dateien gesichert oder geändert / manipuliert werden, ist unter Umständen Datenverlust möglich! Die Tipps funktionieren bei mir alle problemlos - sonst hätte ich sie ja nicht hier zusammengestellt ;) - aber das Erstellen aktueller Backups vor dem Ausprobieren ist obligatorisch! Wenn Daten verloren gehen, kann ich nichts dafür.

Verwaltung von Digitalfotos

Einige Tipps und Best Practices, die sich für mich zur Verwaltung meiner Digitalfotos bewährt haben:

  1. Digitalfotos verlustfrei richtig drehen / ausrichten (Hochformat & Querformat). Mit den richtigen Programmen werden hierbei auch alle wichtigen, unsichtbar im Digitalfoto enthaltenen Informationen richtig angepasst.
  2. In den Fotos Freitext-Kommentare speichern und verarbeiten.
  3. Digitalfotos georeferenzieren, so dass Sie bei jedem Bild genau wissen, wo es entstanden ist und sich z.B. zu jedem Bild auf dem Google Earth-Globus die entsprechende Stelle anzeigen lassen können.

fsvs - vollständig versionierte Backups

fsvs von Philipp Marek (fsvs steht z.B. für File System VerSioning) ist ein ziemlich cooles Datenverwaltungs- und Sicherungswerkzeug, das komplett versionierte Backups beliebiger Verzeichnisse (z.B. das Gesamtsystem oder das Homeverzeichnis) anlegen kann. Damit kann man bei jeder Datei jederzeit zu jedem alten Datenstand zurückkehren. fsvs verwendet das verbreitete Subversion Versionskontrollsystem (Debian-Package: subversion) zur effizienten Speicherung der Daten, speichert im Gegensatz zu reinem Subversion aber auch Dateiattribute wie Besitzer und Zugriffsrechte und legt keine Schattenkopien der verwalteten Dateien an, so dass ein fsvs-verwaltetes Verzeichnis nur etwa halb so viel Speicherplatz benötigt wie ein entsprechendes svn Arbeitsverzeichnis.

Ich verwalte mit fsvs ein Backup meines gesamten Home-Verzeichnisses und benutze es für die Synchronisation der Daten zwischen meinem Notebook und meinem Desktop.

Serverbackup - Scripte für einen "Live-Backup"-Mechanismus

Ich verwalte von einigen meiner Server Live-Backups, die das Dateisystem des Servers 1-zu-1 spiegeln und die Datenstände von einigen Tagen vorhalten, um einfach auf ältere Versionen der gesicherten Dateien zugreifen zu können. Hier gibt es eine Beschreibung des Backupsystems und meine dafür verwendeten Scripte als Startgrundlage für eigene, ähnliche Backup-Ansätze. Die Scripte nutzen rsync (Debian-Package: rsync), so dass das Backup zügig durchläuft und im Normalfall nur wenige Daten übertragen muss.

PDF- und PostScript-Verarbeitung

Oft steht man vor dem Problem, PDF- und PS / PostScript-Dateien verarbeiten zu müssen, eventuell sogar eine scriptgesteuerte Verarbeitung größerer Mengen von Dateien. Dieser Tipp stell die Tools wie pdftk, pdfjam, pdftops und andere vor, die diese Verarbeitungen wesentlich erleichtern.

Subversion Performance

Meistens wird in Bezug auf die Performance des Versionsverwaltungssystems Subversion nur über die Unterschiede zwischen den Repository-Backends Berkeley DB (bdb) und FSFS diskutiert.

Weniger bekannt und praktisch nicht dokumentiert scheint zu sein, dass die Wahl der Serverart - das Apache mod_dav_svn Subversion-Modul oder der alternative svnserve Server - einen gewaltigen Einfluss auf die Serverperformance hat.

svnserve in der Regel deutlich schneller als Apache mod_dav_svn

Bei konstruierten, nicht representativen Benchmarks, die ich mit Subversion 1.4.5 und Subversion 1.1.1 sowie Apache 2.0 für ein Projekt durchgeführt habe, kam heraus, dass mod_dav_svn je nach Aktion 30% bis 400% langsamer war als ein Zugriff per svnserve. Im Gegenzug war mod_dav_svn bei keiner Operation schneller als svnserve. Die Geschwindigkeit von svnserve kam immer relativ dicht an einen direkten lokalen Zugriff auf das Repository (mittels der svn Kommandozeilenprogramme) heran.

Besonders große Performanceeinbußen verursachte mod_dav_svn beim Abrufen des Änderungsverlaufes (svn log) sowie bei größeren Merges (svn merge) - gerade Ersteres bekommt man z.B. sehr schnell und deutlich zu spüren, wenn man das Eclipse Subversion Plugin Subclipse einsetzt.

Da svnserve seit Subversion 1.3 praktisch die gleichen Zugriffskontrollmechanismen für Repository-Pfade erlaubt wie Subversion mit Apache und mod_dav_svn, ist svnserve aus meiner Sicht für viele Projekte eine echte Alternative für die Fernzugriff auf Subversion-Repositories.

Als Referenz gibt es hier eine relativ rohe Liste meiner damaligen Messergebnisse.

Backups per ftp hochladen

Viele root-Server-Angebote beinhalten Backup-Speicherplatz auf FTP-Servern. Damit stellt sich das Problem, wie man seine verschlüsselten Backups (Der FTP-Server ist ein fremder Rechner, die Verbindung dorthin unverschlüsselt, und damit nicht nur deine Daten während der Übertragung, sondern auch deine Zugangsdaten - du verschlüsselst dein Backup vorher, gell? ;) am effizientesten auf den Server bekommt.

duplicity (Debian-Package: duplicity)
Duplicity erzeugt verschlüsselte, inkrementelle Backups und kann diese auch auf einen FTP-Server hochladen. Soweit klingt das optimal, allerdings ist derzeit (Stand: Mai 2007) das Tool laut Webseite noch nicht produktionsreif, was sich mit Erfahrungsberichten deckt, die ich dazu gehört habe, und die letzte Version ist bereits über ein Jahr alt. Außerdem lege ich meine verschlüsselten Systembackups mit eigenen Scripten an und benötige somit eine andere Upload-Lösung.
curlftpfs (Debian-Package: curlftpfs)

CURL-FTP-FS basiert auf FUSE (Filesystem in UserSpacE) und erlaubt somit das direkte Mounten eines FTP-Backup-Servers. Damit reduziert sich das ganze Upload-Problem auf ein einfaches cp -dRuv --preserve=timestamps /lokales/backupverzeichnis /mnt/ftp_server_mountpoint/ - bis man merkt, dass curlftpfs (Stand: Mai 2007, curlftpfs Version 0.9) jede Datei vor dem Upload komplett in den Speicher liest, und einem das Backup um die Ohren fliegt, sobald Dateien größer als 1 Gigabyte werden...

Dennoch: Um lesend mit Standardtools auf das Backup zuzugreifen, ohne alle Dateien zusammen herunterladen zu müssen, ist curlftpfs unter Umständen gut geeignet. Beispielsweise erlaubt curlftpfs so die Verwendung von du --summarize auf dem FTP-Server und ähnliche Spielereien.

mirrordir (Debian-Package: mirrordir)

mirrordir spiegelt - wie der Name schon sagt - einen Verzeichnisbaum möglichst exakt rekursiv an einen anderen Ort, auch von ftp auf lokale Festplatte oder umgekehrt. Probleme mit größeren Dateien scheint es auch nicht zu geben - sofern das Temp-Verzeichnis ausreichend Platz hat, denn dort wird vor dem Upload eine temporäre Kopie der Datei abgelegt. ;)

Eine Beispiel-Kommandozeile, um die Backups hochzuladen, sähe wie folgt aus: TMPDIR=/var/tmp/ mirrordir /lokales/backupverzeichnis ftp://USERNAME@ftp.server.example.com/backup/. Die FTP-Zugangsdaten sollten, wie bei anderen FTP-Programmen auch, in der ~/.netrc abgelegt werden, aus der mirrordir das Passwort problemlos ausliest. Lediglich der Benutzername muss trotzdem in der URL angegeben werden.

mirrordir verwendet intern die Datenzugriffsroutinen des GNU Midnight Commander. mirrordir ist derzeit mein Tool der Wahl, um meine vorbereiteten, verschlüsselten Backupdateien auf den Hetzner Backup-FTP-Server zu kopieren.

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